Campus Lingen: Lehre und Forschung

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Reges Hochschulleben – bemerkenswerte angewandte Forschung

Mittelpunkt des Campus Lingen ist ein Industrie-Denkmal: Im früheren
Eisenbahnausbesserungswerk, in dem Dampfloks repariert und gewartet wurden, fand die Fakultät Management, Kultur und Technik der Hochschule Osnabrück ihre Heimat. Im sogenannten Haus-in-Haus-Prinzip finden in den riesigen, angenehm luftigen Hallen acht kleinere weiße Häuser unter einem Glasdach ihren Platz. Magnolienbäume vermitteln den Anschein eines Campus im Freien.

Foto: Hochschule Osnabrück Lingen

In dieser früheren Industriehalle – und in zwei Nebenstellen – lässt sich gut studieren. Die vier Institute warten mit 20 Studiengängen für die gut 2300 Studierenden auf. Davon sind rund 1000 im Institut für Duale Studiengänge (IDS) in verschiedenen dualen Studiengängen eingeschrieben.

IDS mit großem Einzugsgebiet
Auf dem Campus herrscht regulärer Studienbetrieb, wie ihn eine komplette
Fakultät mit sich bringt: Leitung, Fakultätsrat, Institute, Studentische Vertretung mit Asta, Fachschaftsrat und Studierendenparlament sowie Studienkommissionen.
Das IDS richtet die acht verschiedenen dualen Studiengänge aus und ist auch in der angewandten Forschung tätig.

Dazu zwei Beispiele aus jüngerer Zeit:
Das Forschungsprojekt KI-AGIL befasst sich mit Künstlicher Intelligenz (KI). IDS und die Hanzehoogschool Groningen wollen herausfinden, wie kleine und mittlere Betriebe von KI profitieren können. Sechs Betriebe entlang der Grenze machen bei dem Projekt mit. Dabei geht es um neue Arbeitsformen und Geschäftsmodelle. KI AGIL ist die Vorstufe für ein größeres Projekt der KI im deutsch-niederländischen Grenzgebiet. Vorläufer von KI-AGIL ist das Forschungsprojekt ID3AS, das ebenfalls gemeinsam mit der anzehoogschool vorangetrieben wurde. Hier dreht es sich um die Anwendung von Sensortechnologie in kleinen und mittleren Betrieben. Die Nachfrage ist beträchtlich.

Eine Besonderheit des IDS am Campus Lingen: Es lockt nicht nur Studierende aus der Umgebung an. Der Einzugsbereich reicht von Hamburg bis zum Ruhrgebiet. Möglich machen dies Wohnungen des Studentenwerks und private Anbieter. Beliebt ist das „Wechselwohn-modell“, bei dem sich zwei auswärtige Studierende eine Wohnung teilen – eine(r) ist in der Praxisphase im heimatnahen Betrieb, der oder die andere nutzt in der Studiumphase in Lingen die Wohnung. Danach wird wieder getauscht.

fommedia/Bernhard Fokken

Bemerkenswerte berufliche Karrieren

Gute Jobs dank dualem Studium

Beispiele Personalreferentin und Prokurist

Foto: Hochschule Osnabrück

Die 30-jährige Tanja Suilmann arbeitet als Personalreferentin bei der Kampmann Group GmbH in Lingen und betreut dort unter anderem die dual Studierenden. Nach dem dualen Bachelorstudium der Betriebswirtschaft am Institut für Duale Studiengänge (IDS) sammelt sie 2012 ein Jahr Berufserfahrung und absolviert dann das duale Masterprogramm Führung und Organisation mit dem Schwerpunkt Beratung und Organisation am IDS.

Drei große Vorteile sieht Tanja Suilmann im dualen Studium: „Der größte ist die Verbindung der Theorie mit der Praxis.“ Ein weiterer sei die Nähe zu den Lehrenden, da die Studiengruppen nur rund 35 Personen umfassen. „Natürlich spielte auch eine Rolle, dass ich im dualen Studium neben meinem angestrebten Bachelorabschluss auch noch Geld verdiente und
damit ohne viel Fremdeinwirkung finanziell unabhängig war.“

Der berufliche Aufstieg von Tobias Ripperda gründet ebenfalls auf einem dualen Studium. Der 34-jährige gebürtige Lingener absolviert von 2006 bis 2009 den Bachelorstudiengang Wirtschaftsingenieurwesen mit dem Schwerpunkt Projektmanagement an der damaligen Berufsakademie
Emsland (heute IDS) in Kooperation mit der Wietmarscher Ambulanz- und Sonderfahrzeug GmbH (WAS). Fünf Jahre später erwirbt er berufsbegleitend einen Master of Business Administration and Engineering, ebenfalls im Bereich Wirtschaftsingenieurwesen. Er gehört 14 Jahre zum Betrieb und wurde zum Prokuristen ernannt – ein eindrucksvolles Beispiel
für eine erfolgreiche innerbetriebliche Karriere.

Ein duales Studium bietet seiner Ansicht mehrere Vorteile. So habe er als Vorgesetzter oft erleben können, dass es für junge Menschen nicht selbstverständlich sei, den Tag selbst zu strukturieren, sich Aufgaben zu suchen und zu ordnen: „Im dualen Studium kannten wir es einfach nicht anders. Ein Studium mit regelmäßigen Lernortwechseln, also einer engen
Theorie-Praxis-Verzahnung, kann ich daher nur empfehlen.“

Foto: Hochschule Osnabrück