Aufgaben der Eltern und ihrer Vertretungen in Schulen

Schulen sind soziale Gebilde mit klar beschriebener Zielsetzung. Der Weg dorthin ist den Schulen aber – mal mehr, mal weniger – freigestellt, und auch in der Gestaltung des Zusammenlebens gibt es große Spielräume. Da bleiben unterschiedliche Sichtweisen über den richtigen Weg zum Ziel und über die Gestaltung des Miteinanders in der Schule nicht aus. Um demokratische Strukturen auch in der Schule zu verankern, sind Wege eröffnet worden, die eine Beteiligung der unmittelbar Betroffenen ermöglichen, also der Schüler*innen und – soweit die jungen Menschen noch minderjährig sind – ihrer Eltern als deren Rechtsvertreter –. Eltern sind die Interessenvertreter*innen ihrer Söhne und Töchter in der Schule. Ihre Einwirkungs- und zum Teil Mitspracherechte lassen sich aus dieser Stellvertreterfunktion ableiten. Es ist höchst sinnvoll, wenn die vom Gesetzgeber angebotenen Möglichkeiten auch genutzt werden. 

Aufgaben, die von Eltern in Vertretung ihrer Kinder wahrgenommen werden können:

Elterntermine

  • Elternabende (Erziehungsberechtigte einer Klasse unter sich, meist mit Klassenlehrkraft – mindestens zwei Abende pro Jahr)
  • Elternsprechtage (Möglichkeit von ein bis zwei Gesprächen mit Lehrkräften)
  • Persönlich vereinbarte Gesprächstermine
  • Schulveranstaltungen mit oder für Eltern
  • gegebenenfalls Elternstammtisch oder ähnliche Veranstaltungen für Eltern einer Klasse

Klassenelternschaft (Vorsitz oder Stellvertretung)

  • Elternabende (mindestens zwei pro Jahr, Vorlage einer Tagesordnung)
  • Zeit zur Wahrnehmung von Aufgaben aus der Elternvertretung (Kontakte zu Mit-Eltern, Klassenleitung, Lehrkräften, Schulleitung, Organisation von Protokollführungen oder Mitteilungen an Eltern der Klasse)
  • Mitglied des Schulelternrates (drei bis vier Sitzungen pro Jahr)
  • gegebenenfalls Mitglied der Klassenkonferenz (nicht zwingend)

Klassenkonferenz (ein bis drei Elternvertreter*innen)

  • Zeugniskonferenzen (zwei pro Jahr)
  • Konferenzen aus gegebenem Anlass

Schulelternrat

  • drei bis vier Sitzungen pro Jahr, eventuell mehr bei gegebenen Anlässen
  • Vorstand (aus dem Gremium gewählt) als Organisator und Sprecher des Gremiums
  • Zeit zur Wahrnehmung von Aufgaben aus der Vertretung der Elternschaft gegenüber der Schulleitung, dem Schulträger (Verwaltung und gegebenenfalls Schulausschuss) oder den Schulbehörden (Landesschulbehörde)
  • Unterstützung von Klassenelternschaften und deren Vorsitzenden
  • gegebenenfalls Mitglied des Stadtelternrats (nicht zwingend, Wahl in einer Delegiertenversammlung)
  • eventuell Mitglied eines Arbeitskreises des Stadtelternrats (nicht zwingend)
  • gegebenenfalls Mitglied im Schulvorstand (nicht zwingend, Wahl durch Schulelternrat, wählbar ist jedes Mitglied einer Klassenelternschaft)

Schulvorstand

  • unbestimmte Anzahl von Sitzungen
  • Aufgaben gemäß Paragraf 38 des Niedersächsischen Schulgesetzes

Gesamtkonferenz

  • zwei und mehr Sitzungen pro Jahr
  • Zeit zur Wahrnehmung der Aufgaben, die sich aus Sitzungen der Gesamtkonferenz ergeben

Fachkonferenzen
(für jedes in der Klasse erteilte Unterrichtsfach)

  • zwei bis drei (oder eventuell mehr) Sitzungen pro Jahr
  • gegebenenfalls Zeit für Eigeninitiativen im Zusammenhang mit dem vertretenen Fach

Gemeinde-, Stadt- oder Kreiselternrat

  • in der Regel monatliche Sitzungen in der Schulzeit
  • Mitglied in einem Arbeitskreis des Elternrats
  • Zeit für die Aufarbeitung übernommener Aufgaben
  • gegebenenfalls delegiertes Mitglied im Schulausschuss des Rates